Die Fachfrau Gesundheit, Elsbeth Jajovski (58), und der Informatiker Emilio Rebollar (55) sind begeisterte Freizeittänzer. Aber keine Discogänger. Sie bevorzugen Standard- und lateinamerikanische Tänze in gediegen-behaglicher Atmosphäre. Jahrelang haben sie ihrem Hobby unter anderem im Glütsch in Uetendorf gefrönt. Dieses Lokal ist inzwischen geschlossen.

Auf der Suche nach einer Alternative haben sie entdeckt: Im engeren Raum Thun gibt es ausser Diskotheken kein Tanzlokal mehr. So entstand – notabene am Küchentisch – die Idee, selbst eine Alternative zu finden und Tanzanlässe zu organisieren. Das passende Lokal fanden sie im Wendelsee-Gebäude (hinter der Lachen-Sporthalle).

Beim Besuch des letzten Anlasses im Partylokal Wendelsee präsentiert sich folgendes Bild: Die etwa zwölfköpfige, in schwarz-rot gekleidete, freiwillige Helfercrew hat die Tische im grossen Raum mit imposantem Gebälk mit frühlingsfreundlich gelber Bespannung gedeckt. Noch bevor der Tanzabend offiziell beginnt, strömen die ersten, erwartungsfrohen Gäste ins Lokal.

Schon bei den ersten Klängen des Duos Hall wird die Tanzfläche erobert. Es ist unschwer zu erkennen, da schwingen kaum Anfänger das Tanzbein. Viele dürften sich das Grundkönnen in Kursen angeeignet haben. Sie freuen sich sichtlich an Musik mit klarem Takt und in ertragbarer Lautstärke. «Wir erwarten von den Gästen gesittetes Benehmen», setzt Emilio Rebollar den Rahmen.

«Hier muss man sich nicht vor Rempeleien, Pöbeleien und Grölerei fürchten», ergänzt ein Gast kopfnickend. Die Veranstalter setzen drei Bailadores-Tänzer (Taxitänzer) ein. Sie sorgen dafür, dass auch Singlefrauen zum Tanzgenuss kommen. Das wird sehr geschätzt.

Erste Bilanz positiv

«Wir sind zufrieden. Es wurde viel getanzt. Es herrschte eine gute Stimmung», zieht Emilio Rebollar einige Tage später Bilanz. Mit 152 zahlenden Gästen dürfte quasi eine schwarze Null resultieren. Es zeige sich, damit sich der Anlass rechne, brauchte man mindestens 155 Eintritte (20 Franken inkl. 5-Franken-Gutschein für ein Getränk).

Eine Umfrage habe gute Rückmeldungen ergeben. Alle wissen es: Tanzen ist gesund, beste Vorsorge, um Bewegung, Raumorientierung und Gedächtnis zu erhalten, und macht vor allem Freude.

Elsbeth und Emilio setzen sich zum Ziel, die Wendelsee-Tanzabende vierteljährlich durchzuführen. Der nächste ist auf Freitag, 21. Juni, 20.30 Uhr, angesetzt.

Quelle: Thuner Tagblatt